the reykjavik morr music night

By Katrin

da war nun mein lang erwarteter erster musikalischer abend in der hauptstadt angerueckt. morr music label night in reykjavik. ein bisschen heimat vermischt mit der neuen- toll!
sofort bin ich zum lokalen kartendealer gefahren, um auch gleich ticket nummer sieben zu erhalten. was fuer ein glueck. das konzert fand am dienstag statt und obwohl das buero am mittwoch wieder auf uns wartete, konnte ich auch ein paar freunde ueberreden mir zu folgen.
der ort war sehr gut gewaehlt- ein ehemaliges theater, eines der aeltesten gebaeude in der stadt in kunstvoller holzarchitektur, direkt am rathaus und damit dem see der stadt gelegen. die abendsonne verleitete uns noch ein wenig vor dem gebaeude zu verweilen und gab uns die moeglichkeit schon einmal die musiker in natuerlicher umgebung zu treffen. das ist der vorteil an solchen kleinen heimelichen orten.

die ersten elektronischen klaenge konnten den gefuellten raum noch nicht zum wackeln bringen, was mich vorerst noch nicht stoerte. im ganzen saal verstreut sassen junge menschen im schneidersitz und lauschten der musik. anhand der unterhaltungen konnte man einige deutsche aus der masse stechen hoeren. thomas morr legte zwischen den bands ruhige gitarrenmusik auf und so fing mein herz langsam an zu tanzen. leider schien das den islaendern nicht so zu gehen.
als erste lokale band spielte seabear auf, die ich meinen freunden nahelegen moechte. obwohl sie vielleicht etwas an maximilian hecker erinnern, gab es eine ganz andere atmosphaere. sieben leute auf der buehne mit den verschiedensten instrumenten hatten offensichtlich spass, auch wenn sich das publikum weiterhin nicht anstecken lies. oder kann man auch im kopf tanzen? das muss ich noch erörtern oder lernen. bei all dem sitzenden volk neben, vor und hinter mir habe ich es aber dennoch gewagt wenigstens an der wand des raumes zu lehnen und den fuss ein wenig zu bewegen. als bei the go find mein herz sprang wurden meine bewegungen etwas staerker.
aber darf man sich hier eigentlich in den raum stellen? oder verdeckt man die sicht der anderen so stark, das es ein grosses gerede ueber die komischen deutschen gibt? ich weiss es nicht – INTEGRATION ist nicht immer leicht. I AM A FOREIGNER.
beim hauptact benni hemm hemm aber sprangen zumindest 5 der gaeste auf um ihren koerper entsprechend ihrem herzen zu bewegen. dankeschoen!!!! da war ich aber schon dem verspannten publikum auf den leim gegangen und sass selbst am rand des geschehens. benni hemm hemm ist unglaublich- man muss das mal gesehen haben. 9 maenner der musikschule gerade entwachsen und ebenso in einen maennerchor passend gruppierten sich proffesionel um benni, der inbruenstig islaendisch wohlklingende texte von sich gab und seine konzertgitarre schwang. dabei musste ich mal wieder feststellen, dass es sing- und sprech- sprachen gibt. islaendisch zaehlt unbedingt zu den ersteren, auch wenn es sich waehrend der alltaeglichen kommunikation eher wie ein stottern anhoert. deutsch gehoert wohl eher zu den zweiteren, aber darueber koennen sich nichtmuttersprachler wahrscheinlich besser auslassen. der maennerchor begann dann auch noch als ein solcher einzusetzen- wunderbar… das muss man sehen, wie die blaeser sich zum mikro laehnen um ein paar toene aus ihrem hals zu lassen. interessant!

DER event meines bisherigen aufenthalts war nun also so skuril, wie die entscheidung ins asyl zu gehen. gluecklich ueber die seltene chance einen teil meines persoenlichen soundtracks life in island zu sehen, konnte ich mich gegen eins auf meinem fahrrad durch die taghelle nacht nach haus bewegen. trotzdem blieb der bittere nachgeschmack, mich kaum bewegt zu haben und hinsichtlich der musik vielleicht doch ein wenig zu vereinsamen. naja wahrscheinlich liegt es doch nur am wochentag. vielleicht braucht ein islaender doch erst seine 10 liter bier, bevor er die wilden partys auf dem laugavegur beginnen kann. und vielleicht ist der islaender doch so anstaendig von diesem nur am wochenende gebrauch zu machen. wir werden es sehen..

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